Theresien-Gymnasium Ansbach

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Workshop zum Nahost-Konflikt am Theresien-Gymasium

Im Rahmen des Englischunterrichts der Q11 hatten die Kurse von Frau Völker und Herrn Hünefeld im Jahr 2019 die besondere Ehre, Sharon Booth der NGO (= Non-Governmental Organization/ Nichtregierungsorganisation) „Solutions, Not Sides“ als englischsprachige Referenten vor Ort in unserer Schule begrüßen zu dürfen – mit diesem achten Besuch bei uns hat das Projekt bereits Tradition am Theresien-Gymnasium. Die internationale Organisation „Solutions, Not Sides“ ist seit 2002 aktiv (damals unter dem Dach der NGO „One Voice“) und setzt sich mit dem bis heute höchst aktuellen Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern auseinander. Im Englischunterricht haben sich die Thg-Schüler/innen vor  dem Workshop ausführlich mit der Thematik beschäftigt, so konnte Sharon, die extra aus London für die 90 Minuten der Session für die Schüler/innen eingeflogen war, sehr gut an das Wissen der Schüler/innen über die Ursachen und Hintergründe des Konflikts anknüpfen: In Folge der Holocausts in Europa während des zweiten Weltkriegs, beschloss das Britische Mandat der jüdischen Bevölkerung 1947 einen eigenen Staat zu geben; das heutige Israel. Das Problem jedoch: Das versprochene Land war bereits von Palästinensern besiedelt worden. Der UN-Teilungsplan sollte das zunehmend angespannte Verhältnis zwischen den beiden sowohl religiösen als auch politisch sehr unterschiedlichen Nationen besänftigen. Stattdessen löste er feindliche Reaktionen und eine weitere Zuspitzung der Lage aus, die bis heute andauert. Der PowerPoint-gestützte Vortrag beinhaltete mehrere interessante Videos und wichtige Daten zum Thema, wobei alle Kursteilnehmer gezielt durch Fragen sowie durch die selbstständige Bearbeitung eines Arbeitsblattes eingebunden wurden. Anschließend folgten lebensnahe Video-Beiträge des 30-jährigen Israelis Tal Harris und des 35-jährigen Palästinensers Wasim Almasri. Beide erzählten nacheinander von ihren Erlebnissen und Erfahrungen über den teils traurigen Alltag als Zivilbürger- beide von Geburt an mitten im Krieg. Jedoch könnte deren Leben nicht kontrastreicher sein: Tal wurde glücklicherweise niemals direkt mit der vorherrschenden Gewalt konfrontiert sondern lebte „nur“ sein ganzes Leben mit unterschwelliger Angst vor Terroranschlägen und Verletzungen, nicht zuletzt während seiner verpflichtend dreijährigen  Armeezeit, wohingegen Wasim traumatische Erfahrungen durch körperliche und psychische Gewalt am eigenen Leib machen musste.

Nachdem die beiden ihren Standpunkt mit ihrer persönlichen Geschichte ausführlich geschildert hatten, wurden sie per Skype live ins Klassenzimmer geschaltet. Die Schülerinnen und Schüler kannten die Kurzbiographien der beiden ja bereits aus den Video-Botschaften, so dass sie - kombiniert mit dem erarbeiteten Vorwissen - sehr viele Fragen zur Lebensgeschichte von Tal und Wasim, zu ihrer persönlichen Einstellung und der politischen Lage heute sowie zu zukünftigen Einschätzungen stellen konnten. Spannend wurde es mit den Antworten besonders, wenn die gleiche Frage erst dem einen und dann dem anderen gestellt wurde, denn dann wurden die verschiedenen Blickwinkel auf den gleichen Konflikt besonders sichtbar – es gibt häufig mehr als eine Erzählweise, das lernten alle schnell. Trotz der unterschiedlichen Sichtweisen behandelten Tal und Wasim die „andere Seite“ bei all ihren Antworten immer mit Aufrichtigkeit und Respekt.

Dieses Interview wird den Schüler/innen sicherlich in Erinnerung bleiben, nicht zuletzt weil es den Kursteilnehmer/innen die Möglichkeit bot, sehr authentische und persönliche Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. Das funktioniert am Besten bei (Skype-)direkter Begegnung von Mensch zu Mensch – egal mit welchem kulturellen Hintergrund.


 



Schulchronik


Erstellt 1987 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Vereins der Freunde des ThG.