Theresien-Gymnasium Ansbach

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Exkursion zu Playmobil und Lechuza in Dietenhofen

Ihr habt sie bestimmt schon einmal gesehen: Die kleinen Plastik-Figuren mit den freundlichen Gesichtern, die in vielen Kinderzimmern auf der ganzen Welt zu finden sind und sich dort großer Beliebtheit erfreuen. Richtig!  - Es geht um Playmobil!  -  Doch wie und wo werden die fröhlichen Figuren eigentlich hergestellt?  Wir, die Klassen 8a und 8b des wirtschaftswissenschaftlichen Zweiges, sind diesen Fragen im Rahmen des Wirtschaftsinformatikunterrichts mit unseren Lehrern Herrn Gäbel und Herrn Lippert einmal im Detail nachgegangen:

Dazu machten wir zum Produktionsstandort von Playmobil in Dietenhofen eine Exkursion. Die Firma Geobra Brandstätter GmbH fertigt dort nicht nur Playmobilsortimentsbestandteile, sondern seit dem Jahr 2000 Pflanzengefäße und auch seit 2015 Gartenmobiliar unter der Marke Lechuza.

In der ersten Werkshalle, die wir besichtigt haben, standen mehrere teure Spritzgussmaschinen, von denen eine rund 250.000 EUR oder mehr kostet. Über ein Rohrleitungssystem werden die Maschinen mit Kunststoffgranulat (Thermoplastische ABS Kügelchen) versorgt, das sich wie eine Flüssigkeit oder Pulver ansaugen lässt.  Dieses wird dann erhitzt und als flüssiger Kunststoff in Stahlformen eingespritzt. So konnten wir beispielsweise beobachten, wie farbige Pflanzenkästen entstanden – eine nach der anderen - Ein Roboter von fünf aufeinanderfolgenden Produktionsschritten montierte ihnen danach noch Griffe an, damit man diese besser anfassen kann. Dann transportierte sie ein Fließband ab. Anschließend besuchten wir die Lackiererei. Dort liefen die Pflanzenkästen auf einem Fließband in eine Lackierstraße ein. Diese war so lang, dass man ihr Ende nicht mehr sehen konnte.

In mehreren Kammern fanden nacheinander Lackierprozesse statt: Vom Trocknen über das Lackieren selbst bis hin zum „Finish“ der Oberflächen. Am Ende, wenn die Töpfe aus der Lackierstraße kamen, wurden sie noch von Mitarbeitern überprüft und verpackt. Der Fertigungsprozess eines solchen Pflanzengefäßes dauert circa zwei Minuten.

Nun wechselten wir in die Produktionshallen von Playmobil. Unsere dritte Station war dem zu folge die sogenannte „Spritzerei 4“, in der kleinere Playmobil-Teile gefertigt werden. Hier konnten wir viele interessante Teile erkennen: achtfarbige Babyfiguren, Hammerhaie (noch) ohne Bauch, Türen sowie mittelalterlichen Burgen und die dazugehörigen Spielfiguren. Besonders interessant fanden wir die Druckerei. Dort wird mit Maschinen gearbeitet, die mittels „Tampondruck“ ein „Druckklischee“ auf einen Gegenstand aufbringen können.  Tampons sind hier schwammartige Silikonblöcke und mit Klischees werden mehrlagige lasergefertigte Druckdesigns bezeichnet.

Besonders toll war auch noch, dass wir sehen konnten, wie ein neues Playmobil-Modell, das noch gar nicht auf dem Markt erschienen ist, bedruckt wurde.  Einige Stockwerke tiefer, sahen wir uns als nächstes den Bereich an, in dem die Modelle verpackt werden. Leider war gerade Mittagspause, sodass wir also nicht beobachten konnten, wie ein gesamtes Sortiment nach Gewicht gewogen und verpackt wird.  Alles wurde uns ausführlich und anschaulich erklärt. Zwar wird die Verpackung von einem Roboter gefaltet und verklebt, doch befüllt werden die Kartons immer noch von den Mitarbeitern. Der Umsatz der Firma, der aus den Produktionsstandorten Deutschland, Spanien, Tschechien und Malta anteilig stammt, lag im Jahr 2015 bei 616 Millionen EUR und die Firma beschäftigt derzeit 4100 Mitarbeiter weltweit. Auf Malta werden übrigens die Figuren hergestellt. Der Stromverbrauch der Firma Geobra Brandstätter GmbH beträgt pro Jahr 94 Millionen KWh.

Danach wurden wir noch durch ein Zwischenlager geführt, welches derzeit wenig genutzt wird, da der Großteil der Produktion nach Herrieden ins neue Hochregallager mit einer Palettenkapazität von 102.000 Stellplätzen befördert wird. Am Ende des Rundgangs befanden wir uns wieder im Empfang der Firma. Damit war unsere Führung schon fast zu Ende: Wir machten noch ein Gruppenfoto und gaben unseren Guides noch Weihnachtpräsente. Alles in allem war es ein sehr schöner und informativer Ausflug, den wir jederzeit wiederholen würden.

Ariane Schnurpfeil,8a

 



Schulchronik


Erstellt 1987 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums des Vereins der Freunde des ThG.