Theresien-Gymnasium Ansbach

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1812 - Das Scheitern

Eigentlich entwickelten sich die kommenden Jahre nach der Gründung recht positiv. Reuters Bildungsinstitut erfreute sich regen Zulaufes, so dass er bereits 1797 neue Räumlichkeiten beziehen musste - diesmal ging es in den sog. "Neuenbau", dem heutigen Stempfle-Haus.

Nach zahlreichen Gutachten und Prüfungskommissionen bekam Reuter tatsächlich eine bescheidene Unterstützung der Regenten - diese war jedoch gerade genug, um laufende Kosten wie Miete und Brennholz zu decken. Kurz gesagt - die 300 Gulden waren zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig. Und jedes Jahr musste Reuter erneut "Betttelbriefe" an Preußens Gloria schreiben und erneut um Unterstützung bitten.

Zu Reuters Übel war im Jahre 1806 dann auch noch Preußens Herrschaft und damit die Hardenbergschen Prinzipien in Ansbach Vergangenheit. Franken fiel unter bayerische Herrschaft, und damit auch der Ansbacher Raum. Damit begann erneut das Ersuchen um Unterstützung - diesmal beim bayerischen Regenten. Allerdings war ihm beim zuständigen Minister Montgelas, der mit eiserner Hand seine Reformen vorantrieb, trotz jahrelanger Versuche kein Erfolg beschieden.

Finanziell ohne Zukunft, entschloss sich Reuter im Jahre 1812, sein Institut aufzugeben. Er bewarb sich um eine Pfarrstelle, holte im Alter von knapp 50 Jahren das theologische Examen nach, und bekam tatsächlich eine Stellung als Pfarrer in St. Georgen im Dekanat Bayreuth. Am 17. Mai 1812 verließ Reuter Ansbach und fand "im Schoße der Kirche" nun endlich ein gesichertes Auskommen. Nach langer Krankheit starb Reuter am 27. Februar 1831 im Alter von 67 Jahren.

1812 hatte die Geschichte der ersten "Höheren Mädchenschule" in Ansbach also nach nur 17 Jahren ihr Ende gefunden. Doch dieses sollte nicht endgültig sein.