Theresien-Gymnasium Ansbach

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Economic Youth Summit „Digital World – Wohin geht die Reise der Zukunft?“

Im Rahmen des Wirtschaftsethik-Projekts „Wa(h)re Werte – Die Wirtschafts.Forscher!“ hatten wir, die Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 10b sowie 10e, dieses Jahr die Chance, unser im Unterricht erworbenes Wirtschaftswissen nicht nur aus anderer Perspektive zu betrachten, sondern auch zu hinterfragen und zu bewerten. So beschäftigten wir uns intensiv mit den Themen Digitalisierung und Datenschutz in verschiedenen Lebensbereichen (vgl. Bericht zu Was kann und darf mein Handy?). Den Höhepunkt des Projekts bildete der Economic Youth Summit (EYS), eine zweitägige Veranstaltung in Frankfurt a. M., zu der vier Schüler/innen als Vertreter unserer Schule eingeladen wurden. Am EYS nehmen einerseits Teilnehmer aller an diesem bundesweiten Projekt beteiligten Schulen teil, andererseits aber vor allem auch für jeden Themenbereich Experten, mit denen die beteiligten Jugendlichen sich austauschen und diskutieren können.

Zu Beginn wurden wir nach dem Zufallsprinzip in verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt. In den Workshops zu den Themen e-Health, e-School, e-Mobility und e-Life diskutierten wir angeregt über vielfältige Aspekte, um schließlich deren „wahre Werte“ zu definieren. Im Verlauf des ersten Tages tauschten sich alle Projektgruppen über das Erarbeitete aus. Inhalte und Ergebnisse fassten wir abends mit Unterstützung eines Rappers in einem sogenannten „RapLab“ zusammen, um das jeweilige Problemfeld sozusagen altersgemäß aufzubereiten.

In den Räumlichkeiten des PwC-Towers in Frankfurt-Mitte konnten wir am zweiten Tag, nach sehr wohlwollender Begrüßung durch die Vertreter aller am Projekt Beteiligten, nicht nur unsere Schwerpunkte intensivieren sowie diese bei einem Business Lunch Experten vorstellen, sondern uns im Anschluss mit diesen Experten in einem äußerst informativen Gespräch über die praxisbezogenen Herausforderungen der jeweiligen Thematik austauschen. – Eine tolle Sache!

Im Bereich e-Mobility setzten wir uns mit der Digitalisierung in der Automobilbranche auseinander. Hierbei wurden neben e-Autos und Wasserstoffmotoren Fahrassistenten, autonomes Fahren oder lokales Tracking thematisiert. Herausgearbeitet und erörtert wurden positive wie negative Aspekte, mögliche Probleme oder vorstellbare technische, gesellschaftliche und letztlich damit die ethischen Herausforderungen der e-Mobility. Im nächsten Schritt suchten wir nach möglichen Verbesserungen bzw. Lösungen dafür. Im Fokus standen dabei vor allem die fehlende Infrastruktur, technische Mängel sowie Defizite bei e-Autos, Nachhaltigkeit und CO2-Emissionen bei der Produktion, Verwendung und Verwertung bzw. beim Recycling der Fahrzeuge. Auch die Weiterentwicklung des autonomen Fahrens – und damit in Zusammenhang stehender Werte wie Flexibilität, Alltagstauglichkeit, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Zuverlässigkeit – wurden verstärkt angesprochen.

Unser Leben wird immer digitaler, schneller und besser. Doch wie lässt es sich weiter verbessern? Dies war die Leitfrage des Workshops e-Life. Mithilfe verschiedener Materialien wurden wir gezielt in unser Thema eingeführt. Danach versuchten wir anhand von Karikaturen unsere eigenen Ideen darzustellen. Eine dieser Karikaturen zeigte z. B. ein Ehepaar am Strand – mitten in der Südsee mit Handy und Fernseher – mit der Bildunterschrift: „Wie daheim, nur wärmer und ein schöneres Ambiente.“ – Ist diese Einstellung moralisch vertretbar oder ist sie maßlos übertrieben?

Als Teilnehmer des Workshops e-Health setzten wir uns nicht nur mit der Digitalisierung von Rezepten, Diagnosen oder der Verwendung von Fitnessprogrammen auf dem Smartphone oder der Smartwatch auseinander, sondern durften außerdem selbst das grobe Konstrukt einer Marktidee entwickeln. Während der eine Teil unserer Gruppe die Vorteile unserer „Marktlücke“ beleuchtete, befasste sich der andere mit ihren Nachteilen, wozu die Kosten oder die moralische Vertretbarkeit zählten.

In allen Phasen erforschten wir also mögliche ethisch vertretbare Lösungen für Probleme der einzelnen thematischen Schwerpunkte – e-Health, e-School, e-Mobility und e-Life –, um in diesen Bereichen unsere Zukunft mit gutem Gewissen noch digitaler und smarter gestalten zu können.
Die Veranstaltung hat uns sehr beeindruckt, zum einen wegen der super Organisation, zum anderen weil sie uns durch die wirtschaftsethische Komponente für verschiedenste Aspekte der Wirtschaft sensibilisiert hat. Durch Kennenlernen anderer Sichtweisen konnten wir nicht nur Neues erleben, sondern auch Erfahrungen sammeln und so unseren Horizont erweitern.

Valentina Schüller (10b), Julia Vogel (10b), Jessica Glotz (10e) und Leopold Fischer (10e)
Nachtrab/Hirsch