Theresien-Gymnasium Ansbach

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Syrien und der „Islamische Staat“

Wieder einmal war Herr Landrock, der für uns zuständige Jugendoffizier, in seiner Funktion als Referent für Sicherheitspolitik am Theresien-Gymnasium  zu Gast. Er sprach vor und mit der gesamten 12. Jahrgangsstufe über den Konflikt in Syrien und die Terrorgruppe „Islamischer Staat“. Die Q12 lauschte in zwei Gruppen von jeweils 100 Schülern gespannt seinen Ausführungen.  Wie immer veranschaulichte er seinen Vortrag mit vielen Beispielen und Bildern und aktuellen Statistiken.

Im Gespräch mit den Schülern wurden zunächst Verlauf und Ursachen des Syrien-Konflikts rekonstruiert. Anschließend standen dessen Auswirkungen im Zentrum. Kleinschrittig und detailliert  erläuterte der Jugendoffizier, wie der Staat zerfällt, was wiederum zu einer unkontrollierten Waffenverbreitung, Terrorismus und Flüchtlingsströmen führt. Des Weiteren wurden die einzelnen Konfliktparteien näher betrachtet. Vor allem hob Herr Landrock aber auch hervor, dass es mittlerweile derart viele Gruppierungen und zahlreiche Kämpfer ohne klare Zugehörigkeit gibt, was eine genaue Einteilung unmöglich macht.

Besonders ging er hierbei auf die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ ein. Er zeigte ihre mutmaßliche Struktur auf und erläuterte ihre Ziele sowie die Zusammensetzung. Anhand eines Videos, mit Hilfe  dessen der „Islamische Staat“ in Deutschland Werbung macht, um neue Kämpfer zu gewinnen, entlarvte der Offizier die Propagandastrategie der Terrormiliz. In Form einer Mindmap stellte er zusammen mit den Schülerinnen und Schülern fest, was die Attraktivität dieser Gruppe ausmacht (siehe Bild).

Außerdem zeigte Herr Landrock auf, von wem die einzelnen Konfliktparteien unterstützt werden oder wer sich außerhalb Syriens in diesem Konflikt gegenübersteht. Dadurch machte er auch deutlich, wie komplex  internationale Politik ist und wie stark in unserer globalisierten Welt alles zusammenhängt.

Die Frage, die sich immer wieder stellt, ist, wie man eingreifen kann. In diesem Zusammenhang beschreibt Herr Landrock, dass die kurdischen Kämpfer von Deutschland unterstützt werden und beispielsweise in Hammelburg ausgebildet, aber auch mit Waffen versorgt werden. Herr Landrock sagt, dass diese Gruppe die einzige ist, die gegen den Islamischen Staat kämpft, und daher gestärkt werden muss. Gleichzeitig sieht er es natürlich kritisch, diese mit Waffen auszustatten, da man nicht weiß, in wessen Hände sie  geraten beziehungsweise wofür sie nach den Auseinandersetzungen mit der Terrorgruppe verwendet werden. Er stellt abschließend fest: „Bei allen politischen Entscheidungen innerhalb internationaler Krisen hat man immer nur die Entscheidung zwischen Pest und Cholera. Man kann es eigentlich nur falsch machen, weil immer jemand sterben wird.“

Wir bedanken uns bei Herrn Landrock für einen sehr interessanten Vortrag und Einblicke in internationale Geschehnisse, die die Schülerinnen und Schüler nur durch derartige Veranstaltungen erhalten.

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Heuschkel, Fachschaft Sozialkunde